Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. hat im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland vom 22. bis 25. September 2011 im Bundestag eine bedeutende Rede gehalten. Als Politiker müssen wir nach unvorhersehbaren Entwicklungen oft wichtige Entscheidungen in kürzester Zeit treffen. Die jüngste Euro-Schuldenkrise ist dafür ein Beispiel. Gerade wir von der Union versuchen dabei stets, unser auf dem christlichen Menschenbild basierendes Wertefundament im Blick zu behalten. Wir wissen natürlich: Politik darf sich nie in einem reinen Problem-Management erschöpfen. Und doch war es gut, dass Benedikt XVI. die gesamte Politik auch über Deutschland hinaus noch einmal darauf hingewiesen hat.
Bild: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Achim Melde
Bei der Lösung der Probleme müssen wir auch den geistigen Grundlagen unserer Kultur Rechnung tragen. Das war ganz vereinfacht die Hauptbotschaft der Ansprache von Benedikt XVI. Unter dieser großen Überschrift hat er uns eindringlich darauf hingewiesen, dass wir für das Recht auf Leben und den Schutz der menschlichen Würde in besonderem Maße eintreten müssen. Politik muss immer dem Recht und der Gerechtigkeit dienen, hat er gesagt. Er hat dabei besonders auf die Gefahren der modernen Fortpflanzungsmedizin hingewiesen. Der Mensch kann heute Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen, hat der Heilige Vater eindringlich formuliert.
Noch wichtiger war in der Rede, dass der Papst vor einer rein positivistischen Betrachtung der Welt gewarnt hat. Man kann es in den Satz übertragen: Nicht alles was geschieht, darf die Politik einfach so laufen lassen. Politik muss sich öffnen für die Gedanken, die darüber hinausgehen. Politik muss sich immer die Frage stellen, ob sie noch dem Menschen dient. Dabei muss sie über das rein Materielle hinaus denken. Nehmen wir diese Worte ernst, müssen wir dem Treiben der Finanzmärkte noch mehr Einhalt gebieten,denn genau sie sind nur von Profitstreben getrieben und dienen in ihrer heutigen Form nicht mehr der Menschheit.
Es war eine eindringliche Rede. Die Abgeordneten, die der Rede fern geblieben sind, hätten sie lieber anhören sollen, als ihren Vorurteilen nachzugeben. Wer sie verfolgt hat, wird den Boykott von Teilen der Grünen, der SPD und den meisten Linken noch deutlicher als kleingeistig empfinden, als er schon von Anfang an war.
Weitere Informationen, Bilder, ein Video der Rede sowie die Rede im Wortlaut zum Nachlesen finden Sie auf den Internet-Seiten des Deutschen Bundestages. Klicken Sie hier, wenn Sie dorthin weitergeleitet werden möchten.